5. Interview: Sergio Caputo & Raphael Inglin Drucken E-Mail
Geschrieben von Rutz   

Zum fünften Interview kommen zwei Gäste: Sergio Caputo und Raphi Inglin sind seit dieser Saison die neuen Trainer der Junioren B und erzählen von ihren Erfahrungen.

Hallo Sergio, hallo Raphi. Ihr habt auf diese Saison ja als Trainer-Duo die Junioren B übernommen. Wie gefällt es euch bisher mit der Mannschaft? 

Sergio: Raphi und ich trainieren nun die Junioren schon einige Zeit und es macht immer mehr Spass. Langsam kennen wir jeden unserer Junioren, kennen dadurch seine Stärken und Schwächen und probieren daran zu arbeiten. Das Team ist sehr zusammengeschweisst und es herrscht eine sehr guter Teamgeist, was sehr dazu beiträgt, dass uns die Arbeit mit den Jungs immer noch so Freude bereitet. 

Raphi: Anfangs war ich skeptisch, da ich auch schon B-Junioren gespielt habe und weiss wie mühsam es ist mit den Junioren in diesem Alter. Doch man lernt sich sehr schnell kennen und weiss, wie Sergio schon sagte, was die Schwächen und Stärken einzelner Junioren sind. Mir gefällt es mittlerweile sehr gut und es macht auch Spass mit ihnen zu trainieren.  

 

Wieso seid ihr eigentlich Trainer geworden? Was ist eure Motivation dazu? 

Sergio: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den Trainerjob anfangs nur dem Verein zu Liebe angenommen habe. Als mich Raphi an der GV fragte, ob wir die Herausforderung annehmen wollen, schaute ich der Zeit sehr skeptisch entgegen. Auf keinen Fall wegen den Junioren, im Gegenteil. Es hat daran gelegen, dass ich der Überzeugung war den Junioren nichts beibringen zu können, da ich au noch nicht allzu lange Unihockey gespielt habe. Nun darf ich glücklicherweise sagen, dass ich sehr froh bin über meine damalige Entscheidung. Es macht mir Spass mit Raphi Trainings vorzubereiten und durchzuführen und die Junioren an den Runden zu coachen. Ich merke wie wir mit jedem Training einen kleinen Schritt weiterkommen und spüre, dass die Junioren (meistens) gerne ins Training kommen. Da ich seit vielen Jahren auch ich der Pfadi tätig bin, liegt es mir sehr am Herzen, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit sinnvoll nutzen. Mit dieser neuen Aufgabe als Trainer der Junioren-Mannschaft habe ich einen weiteren Weg gefunden den Jugendlichen das Leben neben der Schule schöner und interessanter zu gestalten. 

Raphi: Ganz ehrlich, als an der GV keiner den Trainerposten übernehmen wollte kribbelte es mir im Bauch, da ich schon mehrere Male daran gedacht hatte den Trainerposten zu übernehmen. Also versuchte ich Sergio zu motivieren die Junioren mit mir zu übernehmen. Da ich dies dann erfolgreich tat, sah ich eigentlich keinen Grund mehr, die Junioren nicht  zu übernehmen. Mich motivierte es mit den Jungs zu arbeiten und ihnen etwas beizubringen. Nicht nur im Unihockey, sondern auch im Privaten, da man sehr viel lernen kann wenn man einen Mannschaftsport ausübt. Da ich ja, wie Sergio auch, U21 spiele,  wollen wir ihnen vor allem den Weg in die U21 erleichtern und ihnen auch helfen, damit sie dann auch mithalten können.   

 

Gibt es auch Momente, an denen ihr keine Motivation habt, mit den Jungs zu arbeiten? 

Sergio: Natürlich gibt es, wie auch auf der Arbeit oder in der Schule, im Trainerleben up and downs. Es gibt Tage an denen könnte ich auf das Training mit den Jungs verzichten, da ich noch andere Dinge zu erledigen hätte oder lieber die Zeit mit meinen Freunden verbringen würde. Es gibt auch Momente während den Trainings in denen ich das Training am liebsten abblasen würde, da sich die Jungs nicht konzentrieren oder keine Lust auf das von uns geplante Training haben. Solche Situationen sind mir von der Pfadi bekannt und wenn ich zurückdenke, war es vor einigen Jahren bei mir nicht anders. Hier sehe ich den grossen Vorteil am Trainer-Duo. Es ist immer noch jemand in der Halle der dich unterstützt und für dich da ist.

Raphi: Klar fehlt einem mal die Motivation zu Trainieren, da auch die Vorbereitung für das Training sehr viel Arbeit bedeutet. Anfangs war es schwerer die Motivation zu finden, da sich die Junioren nicht immer daran gehalten haben, was wir ihnen sagten. Mittlerweile klappt das ganz gut und wenn man merkt die Junioren machen mit und es macht ihnen auch Spass, kommt die Motivation von alleine.  

 

Ihr seid nicht viel älter als die Junioren. Könnt ihr euch da überhaupt durchsetzen und wenn ja, wie macht ihr dies konkret? 

Sergio: Das ist durchaus so. Raphi und ich haben keinen allzu grossen Altersvorsprung auf die ältesten des Teams. Wir sind jedoch zwei Personen die einen sehr respektvollen Umgang pflegen. Wir versuchen stets alle gleich zu behandeln und alle so zu respektieren, wie sie sind. Ich denke, dass die Junioren dies auch wahrnehmen und uns dadurch auch mit dem abgebrachten Respekt gegenüberstehen. Ich persönlich bin ein Trainer, dem der Fortschritt der Jungs sehr wichtig ist. Jedoch ist mir die Freude am Sport noch fast wichtiger. Dadurch bin ich auch einer der öfters mal einen Witz macht, was die Junioren meines Erachtens nach sehr schätzen. Wir sind auch gerne bereit auf ihre Wünsche einzugehen und das Training nach ihren Wünschen anzupassen. Ich fordere von ihnen allerdings auch Konzentration im Training und will spüren, dass sie was lernen wollen. Mittlerweile haben die Junioren sicherlich auch gemerkt, dass sie noch einiges von Raphi und mir lernen können und sie probieren dies auch zu nutzen.

Raphi: Da gibt es eigentlich fast nichts mehr zu sagen!J 

 

Hat sich eure Einstellung gegenüber euren eigenen Trainings in der U21 geändert, seid ihr selber Trainer seid?

 Sergio: Ja sehr. Vor meiner Zeit als Trainer bei Innebandy besuchte ich jeden Mittwoch mit Freude das U21-Training und amüsierte mich mit meinen Teamkollegen. Als ich begonnen habe Trainings vorzubereiten und all die Arbeiten zu erledigen, die noch anstehen, wurde mir schnell bewusst, was für eine grosse Arbeit man als Trainer leisten muss. Ich bin den Trainern seither viel dankbarer für den grossen Einsatz, den sie leisten und kann mich besser in ihre Situation versetzten. Ich weiss jetzt wie es ist, wenn man einer unkonzentrierter Truppe etwas lehren möchte, oder wenn ein Haufen demotivierter Jugendlicher im Training erscheint. Dadurch bin ich persönlich auch viel engagierter geworden und probiere aus jedem Training das Maximum herauszuholen und möglichst viel zu profitieren.

Raphi: Meine Einstellung hat sich sehr verändert. Als ich noch nicht Trainer der B-Junioren war, wusste ich es nicht wirklich zu schätzen was der Trainer macht, da es mir so rüber kam als ob man das Training locker schnell in 10 Minuten vorbereiten kann. Als ich dann aber Trainer bei den Junioren geworden bin, änderte sich meine Meinung blitzartig. Ich sah mal den Hintergrund des Trainerseins und merkte wie schwierig es ist mit Jungs, wenn sie einem nicht zuhören und nicht das befolgen was man sagt. Ich denke das hat mich auch im Privaten verändert, da ich jetzt viel mehr Verantwortung habe. Ich bin den Trainern der U21 sehr dankbar für das wir jeden Mittwoch trainieren können und auch Spass haben dürfen.   

 

Eure Mannschaft liegt drei Runden vor Schluss mit 2 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Reist dieses Jahr wieder einmal eine Mannschaft von Innebandy an die Regionalmeisterschaft? 

Sergio: Anfangs Saison setzten Raphi und ich uns mit den Junioren gemeinsam hin und definierten unsere die Ziele für die Saison. Das Hauptziel der Jungs war es an der Regionalmeisterschaft mitzuspielen. Ich persönlich finde Ziele sehr wichtig. Man hat mit einem Ziel etwas vor den Augen, das man erreichen will und für das man alles gibt. Wir als Trainer sind dazu da den Junioren zu helfen ihre Ziele, vielleicht auch Träume, zu erreichen. Leider bin ich kein Prophet und kann euch jetzt noch nicht sagen, ob es am Ende der Saison noch gleich gut ausschaut wie jetzt. Jedoch kann ich euch versprechen, dass wir weiterhin hart daran arbeiten unser Ziel zu erreichen. Es sind viele starke Mannschaften in unserer Gruppe und wir werden noch einige hart umkämpfte Spiele absolvieren. Wenn wir aber weiter an uns arbeiten und uns verbessern und wir mit solch grosser Freude am Unihockey spielen, wie bis anhin, bin ich mir sicher, dass wir noch viel erreichen können. 

Raphi: Als wir uns, wie Sergio schon sagte, anfangs zusammen setzten um unser Ziel zu definieren, wurde mir schnell klar, dass die ganze Mannschaft an die Regionalmeisterschaft wollte. Mir war auch klar, dass wir dafür hart arbeiten müssen, um unser Ziel im Auge zu behalten, was uns bis jetzt sehr gut gelungen ist. Wir werden auch die letzten drei Runden alles geben um unser Ziel zu erreichen, was in meinen Augen durchaus machbar ist.   

 

Nächstes Jahr werden einige Junioren altersbedingt in die U21 wechseln müssen. Werden bereits Kinder der Junioren C gefördert, indem sie in Trainings vorbeischauen? 

Sergio, Raphi: Als aktive U21-Spieler freuen wir uns schon jetzt auf die Junioren, die nächste Saison zu uns stossen. Es sind alles Spieler mit grossem Potenzial und dem Willen sich zu verbessern. Sie werden frischen Wind ins Team bringen und wir sind überzeugt, sie werden ihre Sache super machen. Seit dieser Saison setzt Innebandy auf die ganz Jungen, was uns sehr freut. Ich, Sergio, hatte auch schon ein Mal die Ehre die jüngsten des Vereins zu coachen und bin mir sicher einige von ihnen werden ihren Weg gehen. Leider ist es aber so, dass es niemanden im Nachwuchs hat, den wir altersgerecht aufnehmen können. Glücklicherweise konnten wir diese Saison vier neue Spieler gewinnen, die sich schon super im Team integriert haben. Die Zeit in der wir auch den Nachwuchs von unten aufnehmen können, wird bestimmt kommen.  

 

Dann danke ich euch für eure hervorragende Arbeit mit den Junioren! Weiterhin viel Erfolg!  

 
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